Pläne 2019

27.01.2019

Die Pläne für 2019 sind online

Weiterlesen...

Proben 1. Halbjahr 2019

23.01.2019

Hallo Kameraden Das Probenjahr 2019 hat begonnen....

Weiterlesen...

Geschichte der FFW-Eggingen

Gruendungsbild_FFW_Eggingen

Gründungsbild der FFW Untereggingen          

Aus der Geschichte der Feuerwehr von Ober- und Untereggingen von 1770 –  1971 (ausschnittsweise).

Der Spritzenmacher J.L. Fischer quittierte am 30. Januar 1803 den Erhalt von 209 Gulden für einer Feuerspritze,  die den  Gemeinden Ober- und Untereggingen und „Ofterdingen“ * zu Diensten sein sollte.  Ein Restbetrag  von 50 Gulden stand noch aus. Er mußte  bis Pfingsten 1803 beglichen  werden.  Die Quittung galt gleichzeitig auch als Garantie.  J.L.Fischer  sicherte zu, daß „wenn das Mundstück nicht besser als gegenwärtig zusammenhalten sollte“ er es dementsprechend abändern würde. Lt. der detaillierten Rechnungsaufstellung  bezahlte die Gemeinde Untereggingen  „dem Sprüzenmacher 104 Gulden und 56 Kreuzer, dem Heinrich Mahler Schmit 3 Gulden 44 Kr.  Dem Jacob Vogelbacher Wagner 4 Gulden, dem Lorentz Güntert  21 Gulden und 2 Kreuzer, dem Sinesi Hunkler Vogt 3 Gulden und 28 Kreuzer, dem Michel Güntert Pfleger 36 Kreuzer“, insgesamt  158 Gulden und 41 Kreuzer **.

Dem  Zimmermann wurde ein Brett bezahlt, das  48 Kreuzer kostete .  Zwei Fahrten in Zusammenhang mit dem Kauf kosteten 2 Gulden. Hinzu kommen noch die Kosten für die „Zährung im  Würthshaus von 2 Gulden und 7 Kr. und nochmals fürs Würths Konto 3 Gulden und 8 Kr“. Der „Sprüzenmacher“ erhielt abermals 25 Gulden.  

Schon 1788 besaßen Ofteringen, Ober- und Untereggingen gemeinsam eine Feuerspritze. Es wurde jährlich ein „Feur Sprützen Macher“ beauftragt, alle Feuerspritzen zu „fisitieren“. In diesem Jahr war die Spritze reparaturbedürftig. Diese Reparatur kostete 89 Gulden und 54 Kreuzer. Davon bezahlten  Untereggingen  44 Gulden und 57 Kreuzer, Obereggingen 29 Gulden und 58 Kreuzer und Ofteringen den Rest von 14 Gulden und 59 Kreuzer. Ofteringen bezahlte immer 1/6 der Feuerspritzenkosten.

Um 1770 hatte die Gemeinde Ofteringen noch in „Feuerkübel“ investiert, dafür hatte das Gotteshaus Rheinau  die Feuerspritze finanziert.

In Ofteringen  wurde 1790   mit der „Feuersprütze“ ein Pfahl „ausghauwen“. Den Pfahl zu ersetzen kostete 7 Kreuzer und die „Repracion“ der Spritze 8 Kreuzer. Zu dieser Zeit wurden erstmals  „Feuerbeschauer“  erwähnt „welche alle quartal herumb gehen und visidieren sollen ob alles im guten stant sich befinde“.

Die Gemeinde Ofteringen hatte 1834 die für die „Neuangehende“ Bürger  angeschafften Feuereimer in Rechnung gestellt.  Jeder Bürger mußte einen Gulden bezahlen.  Im August 1840 wurde vom Gemeinderat beschlossen,  die 16 „Feuerkübel“ unter den „Feuerläufern“ zu verteilen. Damit diese bei einem Brand sofort greifbar wären, wurden sie in den einzelnen  Häusern verwahrt.

Am 20. April 1841 wurden  in Ofteringen die „Feuerreuter“ und die erste „Feuerrottenmannschaft“ ***   für ein Jahr bestimmt. Die Abteilung “Feuerrotten mit Feuerrotten Maister“ (Abteilungsleiter) Johann Mahler zählte 15 Männer.

 

Untereggingen

1802 gab es in Untereggingen ein Feürprützenhuus aus Holz“, Gebäu No. 54“ (Schulstraße 2). Das Gebäude gehörte damals der Gemeinde. Diese verkaufte es unter dem damaligen Bürgermeister Philipp Rebmann im Jahr 1853 an Ferdinand Müller. Nun zog die Feuerwehrspritze um nach Haus Nr. 56, (Stühlinger Straße 2), das 1802 noch als Waschhaus aufgeführt wurde. Das Gebäude hatte es in sich. Bis 1853 wurde es als Schulhaus, Scheuer, Stallung, Waschhaus, Abtritt der Waschstube und Arrestraum aufgeführt.

Später wurde es auch als Kühllager benutzt. Heute ist es das Probelokal für den Musikverein Eggingen.

 

Jedes Jahr wurde die Feuerwehrmannschaften in den Orten neu aufgestellt und mittels einem  „Feuerrodel“ (Liste) dem Amt in Stühlingen mitgeteilt.

Alle Ortschaften erhielten im April 1811 ein Befehl der Stühlinger Oberamtskanzlei, wie sich die Feuerwehrmänner bei einem Brand zu verhalten haben.  Nachdem man über  einem  Brand erfahren hat, musste sofort ein Feuerreiter (Feuerwehrmann zu Pferd) an die nächste Gemeinde zuschicken „und diese wieder an die nächste Gemeinde bis zum Amt (Stühlingen) , mit der Anzeige, falls der „Brand nicht vom „Amtsorte“  (Stühlingen) über 4 Stunde entfernt ist. 

2. „Wie ihr den Feuerlärm erfahrt, habt ihr stürmen zu lassen, wenn der Brand von eurem Orte nicht über 4 Stunden entfernt ist“. 

3. Auf das Sturmgeläute versammelt sich die Feuerrotte (Abteilung)  ohne allen Verzug und diese geht wo eine Spritze im Orte ist mit der Spritze wo keine ist, mit dem Rottenführer, der den Fahnen trägt.

4. „Zimmerleute und Maurer nehmen Axt und Hauen die Küfer ein Tragbütte (Eimer) mit.“

5. Mit der Rotte geht nebst dem der den Fahnen trägt der Laternen und die „Löschwischträger“, dann die zur Spritze verordnete Leute und endlich die mit den Feuerkübeln.

6.“ Jedermann ist dem Rottführer strengen Gehorsam schuldig und dieser sorgt dafür, daß seine Leute beijsammen bleiben und sich nicht unter andern Rotten mischen.

7. Der Rottführer muß den „Feuerrodel“ jedesmahl mit sich zum Brand nehmen.

8. „Der Rottführer gehorcht nur den Befehlen des Vorgesetzten in dem Orte wo es brennt und wenn jemand vom hiesigen Amt erscheint, nur diesen, daher sobald ein Amtsmitglied zur Brunst kommt, sich der Rottmeister beij demselben auf dem Platz zu melden hat“.

9. „Nach gelöschtem Brand werden die Feuerkübel gesammelt, die Leute verlesen und  Spritze versorgt, ist es nötig die Spritze im Orte der Brunst noch zurückzulassen, so bleibt der Spritzmeister dabeij, fehlen Feuerkübel so zeichnet dieser der Rottmeister auf und ersucht den Vorgesetzten der Orts der Brunst um die Nachsendung der Kübel. Werden in zeit (innerhalb) 8 Tagen die Kübel nicht eingesendet, so sind sogleich frische Kübel, denen sie beim Brand verlohren haben, zu bestellen und machen zu lassen.

10. Schon unterwegs zum Brand sieht der Rottenmeister nach wer von den Leuten mit Feuerkübeln nicht versehen seijn, und diese werden aufgezeichnet und beij dem Amte angezeigt.

11. Die beijm Brand nicht erschinnen, werden dem Gericht vom Rottmeister zur Strafe angezeigt.

12. Den Leuten wird, da wo sie gearbeitet haben, auf Kößten der Gemeinde ½ Maaß Wein, oder 1 Maaß Bier sambt 4 (Scheiben) brod vom Rottmeister angeschaft.

13. Das Übertrinken und angefangene Zänkereijen sind vom Rottmeister dem Amte beij empfindlicher Strafe anzuzeigen.

14. Nach genedigsten Brande sendet der Rottmeister ein vom Gericht seines Orts unterschriebenes Zeugnis zum Amt. Darin enthalten ist, wenn die Rotte zum Brand abgegangen. Dieses Zeugnis wird der Bericht der Strafbaren beigelegt.“

15. Für die Einhaltung dieser Vorschrift ist der Vogt, Gericht und Rottmeister verantwortlich.

Stühlingen den 25. April 1811.

 

Feuerrotten“ (Abteilungen) und Spritzenführer wurden am 19. April 1818 sowie ein Spritzenführer und „Feuerreuter“ (Reiter) neu bestellt. Dem  Feuerreiter seine Aufgabe war es, sofort nach Brandmeldung hinaus zu reiten und in den benachbarten Dörfern Hilfe zu holen. Spritzenführer waren Anton Wirth und Heinrich Mahler.  Als  „Feuerreuter“ wurden Rochus Albicker und Ignaz Güntert bestellt.

Die den drei Gemeinden Ofteringen, Untereggingen und Obereggingen gemeinschaftlich gehörende  Feuerlöschspritze mußte im Jahr 1862 mit einem Kostenaufwand von 66 Gulden und 6 Kreuzern ausgebessert werden. Obereggingen bezahlte davon 17 Gulden 30 Kreuzer und Ofteringen 14 Gulden und 50 Kreuzer.

 

Die Details der großen  Reparatur an der Spritze sind zwischen der Gemeinde Untereggingen und dem Feuersprizenmacher Karl Wilhelm Wagatz aus Weizen vertraglich genau festgelegt worden:

 „Wagatz muss das Gerät total zerlegen, um die sich in der Spritze befindliche Stiefeln näher zusammenzusetzen werden  „damit der Druck des Werkes erleichtert wird“. Es müssen die beiden Communications-Röhren, welche aus den beiden Stiefeln in den Windkanal gehen, kürzer gemacht werden. Es sind neue Pumpkolben anzufertigen „und müssen solche von neuem Filz  gemacht, egal abgedreht und in Unschlitt (Schweinefett) und Schweineschmalz gekocht werden, damit dieselben, da sie durch eiserne Zangen oder Scherren bewirkt werden, keine friction oder Reibung machen könne.“ Die Ventile oder „Lippendekel“  müssen schwerer gemacht werden. Es ist unten im Wasserkessel und oben über dem Wasserkessel eine neue „Fläckling“ aus Eichenholz anzufertigen.  Nach der Instandsetzung muss bei windstiller Luft in einer Entfernung von wenigstens 110 Fuß (1 Fuß = ca. 30 cm) weit gespritzt werden können. Herr Wagatz gibt ein Jahr Garantie auf seine Arbeit und die Spritze muß von dem Tag der Ablieferung an innerhalb von 14 Tagen  fertig sein. Den Anstrich der Spritze hatte die Gemeinde übernommen. Die Feuerwehrspritze wurde von Sebastian Albicker nach Weizen überführt und am 21. Januar wieder geholt. Sein Lohn war  für die beide Wege 5 Gulden und 24 Kreuzer. Der Mechaniker Wagatz leistete Mehrarbeit und verlangte deshalb  insgesamt 60 Gulden. Bei der allerersten Probe hatte sich die Spritze sehr gut bewährt.

1863 wurde die Spritze von Josef Mahler Schmid in Untereggingen repariert.

Bei einer Ortsbereisung am 25. Juli 1865 wurde festgestellt, daß die Orte Ober- und Untereggingen und Ofteringen weit voneinander entfernt liegen und bei einem Brand gleichzeitig an zwei Orten, müßte ein Ort zurückstehen. Es sollte deshalb jede Gemeinde mit einer eigenen größeren Spritze  versehen sein. Die Gemeinde,  die die alte Feuerspritze behält, muß den anderen Gemeinden eine Vergütung zukommen lassen. In Ofteringen gab es im Juli 1865 etwa „25 Haushaltungen und einige Verwitwete“. Das Großherzogliche Bezirksamt beschloß deshalb, daß Ofteringen eine eigene Feuerspritze zu erhalten habe.

Bei der „Gemeindevisitation“ 1867 bestätigte das Großh. Bezirksamt ein  geordnetes Feuerlöschwesen in Untereggingen. Nur die Mannschaft, welche zu auswärtiger Hilfeleistung bestimmt ist, muß sich selber verköstigen, was manchem Feuerwehrmann schwer fällt. Das sollte geändert werden. Es wurde deshalb vom Großh. Bezirksamt beschlossen, daß von nun an ein Obmann eingesetzt wird, der dafür zu sorgen hatte, daß je nach Entfernung und Zeitdauer des Einsatzes der  Mannschaft auf Gemeindekosten eine angemessene Verpflegung verabreicht wird.

Auch Ofteringen sollte eine eigene Feuerspritze anschaffen, wenn es auch nur eine größere Handspritze ist. Demnach müssen Ober- und Untereggingen den  Ofteringen deren Anteil an der alten gemeinsamen  Spritze vergüten.

Die Rettungsmannschaft von Untereggingen  bestand 1875 aus der eigentlichen Rettungsmannschaft, bestehend aus  7 Männern, der  Steigmannschaft mit 5 Männern, der Spritzenmannschaft mit  16 Männern, der  Wassermannschaft  „(Buttenträger)“ mit 8 Männern, den “ Geltenträgern“ mit  15 Frauen, der  Arbeitsmannschaft mit 18 Männern, der „Lutzmannschaft“ mit 11 Männern, den Spritzenführern mit zwei Männern, den Feuerreitern mit zwei  Männern, einem  Feuerläufer in der Schweizermühle und einem  Laternenträger.

1876 gab es noch sieben Eimer, davon waren einige schadhaft , „die Übrige sind beim Brande zu Grunde gegangen“, ferner gab es noch acht Stück „Bütten“ (Eimer), sechs Feuerleitern, acht  kleine und große  Feuerlatten, eine Laterne und einige Packhaken. Löschbesen  fehlten. Alle diese Gerätschaften waren an verschiedenen Orten „verzettelt“. Es gab eine Mannschaft, aber keine Übungen. Es wurde damals vom Gemeinderat Untereggingen beschlossen, folgendes anzuschaffen: 4 Dachleitern, 4 Löschbesen oder „Löschzatschen“, eine Anzahl Eimer. Außerdem wurde festgelegt:  „Es sind auch noch viel mehr Übungen mit Besteigung von Gebäuden, Handhabungen von Schläuche vorzunehmen“.

Im Jahr 1879 bestanden die „Löschgerähtschaften“ von Untereggingen aus folgenden Teilen: 1 Fahrspritze, 60 Meter Schläuche, 6 Wassertragbütten, 20 Feuereimer aus Holz , 3 große Feuerleitern, 4 kleine Feuerleitern, 4 große „Feuerhacken“, 2 Pech-Pfannen und 1 Bund „Fackelen“, ein Bund Kränze, 2 Traglaternen, 3 kleine Rettungsleitern. All diese Gerätschaften wurden im Schulhaus aufbewahrt. ***

Die 1. Arbeits- und Rettungsmannschaft bestand aus 5 Männern, die Steigmannschaft aus 6 Männern, die  Spritzenmannschaft aus 17 Männern, die Wassermannschaft aus 6 Männern und 20 Eimerträgern.

1903 wurde Untereggingen von der Firma J. Grosselfinger &Co aus  Offenburg mit Hydranten ausgestattet.

Zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Untereggingen, wurde ein Kostenvoranschlag auf der Basis von 50 Mann erarbeitet. Danach beliefen sich die Kosten auf insgesamt 1.988,70 Mark. Offenbar war die Mannstärke  von 50 doch zu viel, denn die Gemeinde Untereggingen stellte nur 800 Mark zur Verfügung. Damit sollte eine neue Ausrüstung angeschafft werden, bestehend aus 30 Mannschaftshelmen, einem Kommandantenhelm, einem Adjudantenhelm, fünf  Offiziersgurten, insgesamt 20 Steigegurten, 15 Mannschaftsgurten, 20 Mannschaftsbeilen, fünf  Offiziersbeilen, 10 Steigerleinen, 20 Karabinerhaken, 1 Paar Ochselstricken  für insgesamt 634,10 Mark.

Der Kreisfeuerwehrverband inspizierte  am 7. Sept. 1924 die Feuerwehr  in Untereggingen. Dabei wurden folgendes beanstandet:

-Das Feuerwehrgerätehaus ist in sehr schlechtem Zustand und muß  dieses Jahr noch unbedingt ergänzt  und umgebaut werden. So ist die Rückwand  nur teilweise geschlossen, sodaß jedermann eindringen kann.

-Die zweierlei Schlauchverbindungen, nämlich Badisch- Normal und Storz verursacht im Brandfalle Zeitverlust. Der Kreisfeuerwehrverband empfiehlt deshalb die Anschaffung einer Kupplung des Badischen Normalgewindes. Dies ist  in der Gegend eingeführt und kann daher bei jeder auswärtigen Hilfeleistung zweckmäßig angewandt werden.

- Die Spritze ist zu alt, hat einen  zu schweren Gang und liefert nicht genügend Wasser. Es wird empfohlen, eine neue Spritze für Ober- und Untereggingen anzuschaffen.

-Kritische Bemerkungen zur  Übung am Nachmittag 2:30 Uhr:

1. „Die Steiger haben den Reitersitz beim Einsteigen nicht richtig eingehalten. 

2. Die Leitermannschaft darf die Ausziehleitern nicht mehr als ca. 1,20 Meter über den

Dachkanal ausziehen.  

3. Die Spritzenmannschaft hat gut gearbeitet.

 4. Die Wehr ist nur notdürftig mit  Geräten ausgerüstet. Für eine solche Gemeinde sollte sie besser ausgerüstet sein.“

Der Umbau des Spritzenhauses konnte nicht früher vorgenommen werden, da die Zollverwaltung das im Spritzenhaus gelegene Zimmer bisher als Dienstzimmer benutzte. Inzwischen hat die Zollverwaltung jedoch ein anderes Dienstzimmer gemietet, so daß mit dem Abbruch und Neubau des Spritzenhauses in den Wintermonaten begonnen werden konnte.

Die Idee, eine Spritze gemeinsam mit der  Nachbargemeinde Obereggingen anzuschaffen, fanden die Unteregginger nicht zweckmäßig. 

Das Bad. Bezirksamt verlangte 1925 beim Forstamt Stühlingen eine Bewilligung eines außerordentlichen „Holzhiebs“. Durch die Erhöhung des Holzabgabesatzes um jährlich 150 Festmeter hat die Gemeinde eine laufende Mehreinnahme von mindestens 1.500 Reichsmark (RM). Damit wären die Kosten für eine neue Spritze gedeckt. Der Gesamtbetrag  für eine neue Spritze und den Umbau des Spritzenhauses  belief  sich aber auf 7.876 RM.

Am selben Tag, an dem die Inspektion stattfand,  wurde Untereggingen auch von einem Sturm heimgesucht, welcher nahezu 500 der schönsten Obstbäume entwurzelte und vernichtete. Auch das reparaturbedürftige Spritzenhaus wurde  durch den Sturm so stark in Mitleidenschaft gezogen, daß  es abgebrochen werden mußte.  Beim Neubau würde ein Alarmsignal angebracht.  Die Mehrkosten beliefen sich auf 395 RM.

Die Freiwillige Feuerwehr hatte in diesem Jahr einen ziemlich großen Zuwachs zu verzeichnen. Es war deshalb erforderlich, zusätzliche Ausstattung anzuschaffen. Infolge der großen Geldknappheit  waren die Mitglieder nicht in der Lage ihren „Mannschaftsjoppen“ selbst zu  bezahlen.

Das  Bad. Bezirksamt bestand 1929 drauf,  daß  spätestens in drei Jahren eine neue Spritze angeschafft wird! Es schlug vor, zur Deckung der Kosten in Höhe von 2.500 RM,  jährlich (erstmals 1929) einen Betrag von 650 RM zur Verfügung zu stellen.  So könnte nach drei Jahren die Spritze gekauft werden.

Die Gemeinde konnte aber nur 300 Mark pro Jahr zur Verfügung stellen und bat deshalb um Fristverlängerung. Zu dieser Zeit  gab es in Untereggingen 110 Gebäude und 19 Hydranten. Es wurde in Erwägung gezogen, eine gebrauchte Spritze von der Stadt Feuerwehr Karlsruhe zu kaufen. Ein gebrauchtes Gerät wurde jedoch von der Landesfeuerwehrunterstützungskasse nicht bezuschußt.

Mit Schreiben vom 9. Dez. 1929 bittet der Unteregginger Gemeinderat das Bad. Bezirksamt um Beihilfe zur Beschaffung einer Feuerlöschspritze;……….“ die Gemeinde besteht überwiegend aus einer landwirtschaftstreibende Bevölkerung mit 508 Einwohnern, darunter sind 50- 60 Industriearbeiterinnen, welche in der hier befindlichen Baumwollzwirnerei beschäftigt sind. Dieser Industriezweig arbeitet mit Unterbilanz und ist von der Einkommensteuer befreit. Das Gesamtkapital der Gemeinde beträgt 942.230 RM…………“

Bei Anschaffung einer Motorfeuerlöschspritze der Firma Metz aus Karlsruhe würde die Gemeinde Untereggingen 4.043 RM zur Verfügung stellen. Von der Landesfeuerwehrunterstützungskasse verlangt sie 40 % Unterstützung sowie  eine  Zinssatz-Ermäßigung  für den von der Gebäudeversicherungsanstalt  für fünf Jahre geliehenen  Betrag.  Nebenbei wird in dem Brief noch aufgeführt, daß es im Wutachtal noch keine Motorspritze gibt und Untereggingen somit Werbung bei den anderen Dörfern mache.

Schließlich wurde ein Zuschuß von 30 % gewährt und es wurde ein ermäßigter Zinssatz für fünf Jahre Laufzeit eingeräumt für die  Lieferung  einer  trag- und fahrbaren Kleinmotorspritze mit einen Leistung von 400 Liter pro Minute. Der Rabatt betrug 15 %.

Den Kredit stellte die Gebäudeversicherungsanstalt in Höhe von 2.828 RM mit fünfjähriger Tilgung zur Verfügung.

Am 12. Januar 1930 kam es bei der Generalversammlung zu Unstimmigkeiten. Anläßlich der“ Vorkommnisse“ tritt  das Kommando zurück. Am 25. Januar fand eine neuerliche Versammlung zur Aussprache bzw. zur Wiederbesetzung der Kommandostellen statt.

1930 organisierte die Gebäudeversicherungsanstalt für Feuerwehrmannschaften eine Möglichkeit zur Sammelbestellung einer Ausrüstung. Zudem bot sie einen dreitägigen Lehrgang bei der Firma Metz in Karlsruhe für die Bedienung der von der  Gemeinde Untereggingen angeschafften Motorspritze an.  An diesem  Lehrgang  konnte pro Gemeinde ein Feuerwehrmann  teilnehmen.

Die neue Motorspritze wurde per Bahn über Basel-Lauchringen mit Wagen Nr. 15534 geliefert. Durch die Verfrachtung über Basel anstatt Immendingen entstanden Mehrkosten. Die Motorspritze hatte die Typbezeichnung MFI. Ihre  Leistung betrug  400 Liter/min, bei 60 m gesamt manometrischer Förderhöhe mit 2 Zylinder 4Takt-Motor, Fabrikat Breuer, Type E3, 12 PS, Pumpe mit Heiz- und Kühlmantel vollständig in „Bronce“, mit eingebauter Luftpumpe, ein Druckausgang, Anschluß Storz 75 mm mit Niederschraubventil und Verschlussdeckel, Saugeingang mit DIN-Verschraubung 85/70 mm, ausrückbare Kupplung zwischen Motor und Pumpe, Kühler und Brennstoffbehälter in Messing, Tragegestell mit Schlittenkufen, ein Transportwagen auf  Federn gebaut, mit Rollenlagernaben, Vollgummireifen, Kotflügel, Lagerungsvorrichtung für Saugschläuche, zwei Schlauchkapseln mit Stützen für je 80 m Normalschlauch, Gerätekasten, Hand- und Anhängerdeichsel, Haltevorrichtung für Armaturen und sonstiges Zubehör für 2.987,75 RM. Von der Gothania-Werke AG in Gotha wurden noch Schläuche geliefert: 12 Stück á 10 Meter und 18 Stück á 10 Meter für 852,60 Reichsmark. Kurz darauf wurden in Untereggingen Maschinistenkurse durchgeführt.

Die Feuerwehrmannschaft,  die aus 98 Mann bestand (Löschmannschaft und Hilfsmannschaft), schloß 1930 beim Badischen Gemeinde-Versicherungs-Verband eine Haftpflichtversicherung einschließlich der persönlichen Haftpflicht der Feuerwehrleute ab. Auch zwei Pferde, welche von Privatpersonen für den Feuerwehrdienst gestellt werden, waren für eine Summe von 500 RM pro Pferd gegen Verletzungs- und Todesfall-Risiko versichert.

Für die Überwachung der motorischen Feuerlöschgeräte  wurde von der Landesfeuerwehrunterstützungskasse und dem Bad. Revisionsverein in Mannheim ein Vertrag abgeschlossen. Alljährlich wurden Kleinmotorspritzen, Lafettenmotorspritzen, vierrädrige Motorspritzen sowie Automobilspritzen einmal auf Kosten der Landesfeuerwehrunterstützungskasse durch einen sachverständigen Ingenieur des Badischen Revisionsvereins einer  Untersuchung unterworfen. Die erste Prüfung fand bereits am 8. Juli 1931 statt. Anwesend bei der Prüfung waren Hans Georg Albicker, Kommandant Schmutz und Obmann Bölle.

Gastwirt Hermann Fischer erhielt am 15. August 1931 das Ehrenzeichen für 25-jährige Dienstzeit - im  Beisein der “gesamten Mannschaft,  gekleidet in Tuchrock und Mütze, ohne Gurt“.

Der Abteilungsführer der II. Abteilung, Herr Eduard Albicker besuchte am 10 März 1935 in Schwetzingen einen Feuerwehrschulungskurs von zehn  Tagen.

1935 erhielten folgende Gründungsmitglieder der Feuerwehr das Ehrenzeichen für 25 Jahre Dienstzeit:

Fridolin Albicker * 7.1. 1860 Untereggingen,

Franz Albicker *12.8.1868 Untereggingen,

Ernst Benz * 12.8.1880 Untereggingen,

Hermann Büche *18.12.1880 Untereggingen,

Emil Bölle *13.10.1881 Bettmaringen,

Ludwig Büche *28.10.1880 Bettmaringen,

Ferdinand Baumgartner *28.11.1866 Hohentengen,

Emil Hasenfratz *24.7.1885 Untereggingen,

Jackob Kromer *7.12.1877 Untereggingen,

Julius Müller *13.10.1879 Untereggingen,

Johann Lüber *23.7.1883 Untereggingen,

Karl Schmutz *21.8.1875 Untereggingen,

Peter Schmid *31.1.1870 Obereggingen,

Hugo Schneider *18.2.1884 Tengen,

Franz Schmutz *15.1.1884 Untereggingen,

Josef Stoll *28.4.1877 Degernau,

 Johann Tröndle *25.12.1874 Untereggingen,

Joseph Waldkircher *13.3.1888 Untereggingen.

Die Verleihung fand im Juli 1935 beim 25-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr statt.

Bei der jährlichen Inspektion der Gerätschaften wurde 1935 beanstandet, daß auf dem linken Kotflügel hinten ein vorschriftsmäßiger Rückstrahler fehle. Dieser müsse angebracht werden.

1936 wurde Richard Rohr, der am 6.3.1882 in Obereggingen geboren wurde, für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Aufgrund eines  Erlasses vom 2. März 1936 wurde die Freiwillige Feuerwehr Untereggingen als „Öffentliche Feuerwehr“ anerkannt.

1946 war die  Kleinmotorfeuerspritze nicht mehr betriebsfähig. Diese wurde deshalb der Firma Metz in Karlsruhe per Bahn zur Reparatur geschickt.

Nach dem Zweiten  Weltkrieg gab es in Untereggingen 668 Einwohner und 97 Gebäude. „Kopfstärke der freiwilligen Feuerwehr war 9“. Die Mannschaft bestand aus einer Motorgruppe und acht Feuerwehrmännern. Die Gerätschaften waren zusammengeschrumpft auf: 2 Alarmhupen, 18 Hydranten, 1 Stützleiter á 5 m, 1 Anstelleiter á 3 m, 3 Hakenleitern, 2 Dachleitern, 1 Hydrantenwagen, 1 fahrbare Schlauchhaspel, 2 Erdöllampen, 50 Pechfackeln, 20 Eimer aus Holz, 2 lange Einreißhaken, 6 Hakengurten aus Leder, 30 Gewebegurten, 2 Leibriemen, 2 Geräteleinen, 15 Feuerwehrbeilen, 6 Schlauchhaltern, 8 Signalpfeifen, 1 kleinen Hupe, 1 Tragbahre. Von der Bekleidung waren noch 10 Stahlhelme da und 30 Messinghelme vorhanden. Die „Joppen“ waren von den Franzosen konfisziert worden!

 

Obereggingen

Obereggingen wurde am 19. Mai 1865  vom Bad. Bezirksamt schriftlich mitgeteilt, daß in allen  größeren  Orten eine Feuerspritze mindestens jedoch eine Handspritze vorhanden sein müsse. Diese fehle in Obereggingen. „Im Interesse der Gemeinde und aus besorgter Rücksicht auf Schuz des lebens und vermögens der dortigen Ortseinwohner halten wir die Anschaffung einer Feuerspritze umso dringender geboten…..“  Das Amt erwartete innerhalb von zwei Wochen eine Stellungnahme zu diesem Thema.

Die Feuerspritze,  die im Besitz der drei Gemeinden Ofteringen, Ober- und Untereggingen war, stand bei dem Feuerschau im Juli 1865 in Untereggingen.

Am 29. Sept. 1865 wird vom Bad. Bezirksamt abermals darauf hingewiesen, daß Obereggingen innerhalb von vier Wochen eine Entscheidung über die Anschaffung einer Feuerspritze zu treffen habe. „Der Mangel einer Remise kann keine Entschuldigung sein!“ Bei der Feuerschau am 12. Juni 1866 wurde festgestellt, daß es immer noch keine gemeindeeigene Spritze gab. Nachdem Obereggingen noch immer nicht reagiert hatte, wurde vom Distriktamt auf die Verfügung vom 13. Juni Nr. 11148 verwiesen.

Bürgermeister Eisele bemühte sich persönlich darum, ein geeignetes Gerät zu finden. Er begab sich am 11. Sept. 1866 mit Pferd und Wagen zu einer Feuerspritzen-Probe nach Albbruck. Er war für Hin- und Rückreise sieben Stunden unterwegs. Als  nach neun Tagen die Versteigerung der Spritze in Albbruck stattfand, machte er sich abermals auf dem Weg. Den Zuschlag erhielt eine andere Gemeinde. Nun fuhr Eisele wegen der Anschaffung einer neuen Spritze zweimal nach Singen.

Obereggingen schloß im März 1867 einen Vertrag ab mit dem Mechaniker G. Allwiler aus Singen. Dieser  verspricht, der Gemeinde Obereggingen eine neue „Feuerlöschspritze mit ligenden Stifeln nach der Construction, wie wir solche vür die Gemeinde Singen gefertigt haben gegen die Summe von 800 Fl. (Gulden) die die Gemeinde zu übernehmen hat von heut an inerhalb eines jahres auszuführen und fertigzustellen“. Über diesen Kauf ist in den Obereggingern Büchern weiter nichts mehr zu finden. Wahrscheinlich wurde der Vertrag annulliert.

Denn schlußendlich wurde ein Kaufvertrag abgeschlossen mit dem Mechaniker Widmer aus Zurzach (CH) über eine alte renovierte Feuerspritze mit dem „jetzt dazu gehörende Schlauch von ca. 30 fuß Länge nebst noch 2 weitere Schlauch Schloß ohne Schläuche und den dazue gehörenden Schrauben-Schlüsseln zum aufmachen beim Reinigen, um die kaufsumme von 525 Franken, wovon 25 fr. sogleich baar , die weiteren Fünfhundert bei Abhohlung der spritze, welches jedoch innerhalb zehn tage zu geschehen hat zu bezahlen sind. Obereggingen den 18. Juni 1870“. Die bei Vertragsabschluß anwesenden Gemeinderäte waren Bürgermeister Eisele, Stephan Balthasar, Gemeindrat Eisele.

Ratschreiber war der Herr Schwarber.

 

1876 besaß Obereggingen eine Feuerspritze im  Wert von 420 Gld.

Bei der Feuerschau 1877 beanstandete das Bezirksamt, daß es nur eine Dachleiter gab und nur eine vergitterte Laterne.

 

Die Feuerlöschmannschaft Obereggingen bestand im Jahr 1903 aus

  1. einem Rottenführer (Abteilungsleiter), dem Joseph Würth und 28 Mann,
  2. Rettungsmannschaft mit neun Mann, Wassermannschaft mit 23 Mann, Schutzmannschaft mit 13 Mann, Spritzenführer mit einem Mann und drei Eilboten.

Um die Feuerspritze unterbringen zu können, wurde 1907 ein Rathauszimmer umgebaut.  Jedes Jahr wurde die Löschmannschaft neu aufgestellt. Die Übungen der Löschmannschaft wurden im Frühling und im Herbst unter Aufsicht eines Bezirksfeuerlösch-Inspektors  durchgeführt. Bei der 1911 stattgefundenen  Probe entsprach die Fahrspritze den  Anforderungen nicht mehr. Die Spritze war  als alte Spritze gekauft worden. Eine Reparatur würde zu teuer werden. Der Inspektor meinte, es wäre sinnvoller, eine neue zu kaufen.

In dieser Zeit wurde vom Bezirksamt Waldshut an alle Bürgermeisterämter im Kreis ein Rundschreiben heraus gegeben mit dem Inhalt, daß in Brandfällen beim Ruf  nach auswärtiger Hilfe, nicht die nächstgelegenen Feuerwehren, sondern die  entfernteren Wehre um Hilfe gebeten worden seien. Auf Anregung des Kreis-Feuerwehr- Verbandes Waldshut wurden drei Verzeichnisse derjenigen Orte beigelegt, die eine Feuerwehr besitzen. In diesem Verzeichnis sind die Orte mit Buntstift zu markieren, aus welchen im Brandfall am raschesten Feuerwehr zur Hilfe herbeigerufen und zur Stelle sein kann. Die drei Blätter wurden dann verteilt an den Kommandanten  oder den Bürgermeister, die Feuersprechstelle und das  Rathaus. 1911  waren insgesamt 57 Feuerwehrmänner aufgestellt.

Der Feuerwehrinspektor Marder hielt in seinem Protokoll 1913 fest, daß bei 238 Einwohnern  50 Männer bei der Löschmannschaft tätig waren.  Die vierrädrige alte Spritze ohne Saugwerk war ca. 90 Jahre alt. Diese wurde (s.o.) 1863 als gebrauchte Spritze von der Gemeinde Zurzach (CH) gekauft. Sie war nun in einem  sehr desolaten Zustand.  Die sonstige Gerätschaft war soweit in Ordnung. Für die Wasserversorgung gab es eine Wasserleitung ½ Atü, drei Unterflurhydranten und laufende Brunnen. Auf diesen Bericht hin erklärte die Gemeinde Obereggingen dem Bezirksamt, daß  die Anschaffung einer neue Spritze nicht nötig ist, da die Gemeinde mit ihrer Fahrspritze bezüglich der Leistungsfähigkeit der Spritze den Nachbargemeinden in  nichts nachsteht.  Die Spritze hatte noch nie versagt. Bei der Feuerlöschinspektion im Jahr darauf  beanstandete der Inspektor Roder, daß die Spritze zu wenig Leistung bringt. „Diese wirft das Wasser bei einem Stahlrohr von 9mm nur 20 – 22 m weit. Bei einer neuen Spritze wären auch die Mängel der Schläuche abgeholfen“.

In den Gemeinderechnungen wird keine Angabe über den Kauf dieser alten Spritze gemacht. So liegt die Vermutung nahe, daß Obereggingen die Spritze von Zurzach geschenkt bekommen hatte. Im Laufe des Ersten Weltkriegs (1914-1918) gab es ein Rundschreiben an die Orte, die noch keine freiwillige Feuerwehr hatten. Durch die zahlreichen Einberufungen zum Heeresdienst war der Bestand der Löschmannschaft teilweise sehr vermindert. Auch weibliche Personen wurden aufgefordert, bei der Löschorganisation teilzunehmen. Als der Krieg vorbei war, begann der Druck wegen einer neuen Feuerspritze von neuem.

1921 wurden an die Gemeinden Prospekte verteilt über die MINI-MAX Feuerlöscher.

Das Bad. Bezirksamt wies die Gemeinde Obereggingen 1921 nochmals dringend daraufhin, sich trotz schlechten finanziellen Verhältnissen  für eine neue Feuerspritze zu interessieren. Nach Abzug des Zuschusses der Feuerwehrunterstützungskasse wären noch 5.000 Mark erforderlich. Die Summe müßte in zehn Jahren getilgt werden mit

14 ½ %-igen Annuitätsraten.

Unterdessen hatte sich der Landtagspräsident Wittemann beim Badischen Landtag  für eine „Befreiung von Anschaffung einer Feuerspritze“ eingesetzt. Die Antwort vom Bad. Bezirksamt ließ nicht lange auf sich warten: „….es wird Vorläufig davon abgesehen, eine Neuanschaffung einer Feuerspritze zu verlangen.“ Zuvor hatte Inspektor Roder die alte Spritze inspiziert. Bei der Probe brach ein eiserner Druckhebel. Die Spritze konnte jedoch nach der baldigen  Reparatur wieder überzeugen!

Der Verwaltungsrat der Landesfeuerwehrunterstützungskasse ließ nicht locker und drängte auf die Anschaffung einer vierrädrigen Saug- und Druckspritze von 100 mm „Cylinderdurchmesser“. Diese würde für eine 250 Einwohner-Gemeinde genügen!  Die Kasse genehmigte kurz daraufhin einen Zuschuß von 8.500 Mark.

Obereggingen dachte nicht daran, eine neue Spritze zu kaufen. Jedes Jahr wurde das Gerät von Karl Kramer, dem Dorfschmid gewartet.

Bei einem Brand in Obereggingen am 30.  Jan. 1928 verzögerte sich der Einsatz, da der Kirchturm verschlossen war und der Schlüssel erst beim Meßmer geholt werden mußte. Dieser Zustand entsprach nicht der  Vereinbarung zwischen dem Gemeinderat und dem Kath. Stiftungsrat vom 19. Mai 1902. Nach dieser Vereinbarung hat die politische Gemeinde das Recht, in Feuer-, Wasser- oder Kriegsnot oder in sonstigen Notfällen die Glocken zur Abgabe von Signalen zu benutzen.

1931 bestellte die Gemeinde bei der Firma Albert Ziegler 2 x 10 m Hanfschläuche Sorte „Stark“ 52 mm  Durchmesser und zwei Paar Badische Normal-Gewinde aus Messing.

 Die Stad Waldshut bot 1932 der Gemeinde Obereggingen eine in gutem Zustand befindliche  Saug- und Druckspritze für Pferdebespannung für 400 RM an.  Auch hier reagierte die Gemeinde Obereggingen nicht darauf.

Auf Anordnung der Landesfeuerwehrunterstützungskasse mußten alle Kupplungen vereinheitlicht werden, bzw. durch Storz-Kupplungen ersetzt werden. Daraufhin schickten etliche Anbieter ihre Prospekte. Obereggingen ließ die Umstellung von der Fa. Carl Metz in Karlsruhe ausführen. Die Firma war mit einem Lkw und einem Monteur unterwegs,  der die Arbeit vor Ort erledigte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 in Obereggingen eine neue Feuerwehr gegründet. Kommandant war Anton Rebmann. 1955 kaufte Obereggingen bei der Firma Alfred Wicher in Donaueschingen eine Motorspritze des Typs TS8 mit VW-Motor, mit Balcke-Pumpe und Scheinwerfer, ein  Tragkraftspritzen-Anhänger, gefedert und Luftbereift, zur Aufnahme von TS 8, Saug- und Druckschläuchen, Armaturen, Werkzeug und Zubehör, mit zusätzlich zwei Kästen für je zwei Rollschläuche sowie Halter für drei Äxte, Baujahr 1955.  Diese Spritze TS 8 wurde 1981 nach Unterbrent verkauft.

Beim  Zusammenschluß  der beiden Gemeinden Ober- und Untereggingen am 1.Dezember 1971 fusionierten auch die beiden Feuerwehren.

 

*Ofteringen,

** 1 Gulden = 60 Kreuzer

*** Es gab zu der Zeit verschiedene Abteilungen der Polizei wie: Baupolizei, Gesundheitspolizei, Armenpolizei, Feuerpolizei.  Die Feuerrotten (Rotten = Abteilung) war die Abteilung: Feuerpolizei.

**** Obwohl es schon eine neue Schule in der Hallauer Straße gab, wurde das „Feuerwehrgebäude“ in der Stühlinger Str. 2  immer noch „Schulhaus“ genannt.

 

Quelle:  (GE AA = Gemeindearchiv Eggingen Altes Archiv) (U =Untereggingen, O = Obereggingen, A = Auswärtige Schriftstücke).

U 6. II. 1, 

A 1,

Gemeinderechnung U 1862 Seite 107, Beilage Seite 247, vom 16. Dez. 1861, 

U 6. II. 1 und 2,

O 6. II. 1, 

O 6. I. 11,

O 6. I. 4,

Feuerversicherungsbuch,  

Mündliche Überlieferung,  

Gemeinderechnung Obereggingen 1867, Beilage Nr. 54, 

Gemeinderechnung Obereggingen 1870, Beilage 139,

Gemeinderechnung 1955: Beilage 257.

Befehlsbuch Untereggingen 1811, 1813 - 1815

Zusammengestellt und freundlicher weise zur Verfügung gestellt von Engeltje van Kreuningen